Online-Communities
Eine Online-Community - auf deutsch wohl „Netzgemeinschaft“ - ist eine spezielle Form einer Gemeinschaft. In einer Online-Community begegnen sich Menschen im Internet und tauschen sich auch darüber aus. Doch eine echte Online-Gemeinschaft entsteht nicht einfach dadurch, dass man einen Button mit "Community" beschriftet und dann wartet bis sich etwas entwickelt, sondern der Aufbau und der Betrieb einer lebendige und auch erfolgreichen Community muss gut geplant, benutzerfreundlich strukturiert und professionell betreut werden, denn hohe Besucherzahlen lassen sich auch zu Geld machen.
Herausbildung von Online-Communities
Als vielleicht erste Online-Community kann man einen netzbasierter Debattierclub namens „The Well“ ansehen, der 1985 in der Nähe San Francisco entstand. Da sich keine so exakte Abgrenzung festlegen lässt, kann man sogar die ersten Mailinglisten als Communities auffassen.
Begriffsbildung "Online-Community"
Auch vom Begriff her gibt es keine einheitliche Verwendung, so werden solche „virtuellen“ Communities auch als Net-, Cyber- oder E-Communities bezeichnet werden, wobei schon die Bezeichnung „virtuell“ falsch aufgefasst werden kann, da ja im Allgem. hinter so einer Online-Community echte Menschen stehen und somit die Community nicht nur scheinbar, sondern auch physisch vorhanden ist, nur das Medium der Kommunikation unterscheidet sich von früheren Formen von Gemeinschaften von Menschen.
Somit ist die Bezeichnung Online-Community doch am besten passend und eigentlich unmissverständlich. Anfangs wurde die Online-Community oft mit der Technik gleichgesetzt, die zur Realisierung der Community eingesetzt wird. Eine Community oder auch Gemeinschaft definiert sich jedoch nicht über die Technik, sondern durch den Inhalt, der sie zusammenführt und der auch oft größtenteils durch die Mitglieder der Gemeinschaft selbst erstellt wird. Soziologisch betrachtet, handelt es sich allerdings um ein soziales Phänomen.
Kommunikationstools und Funktionen
Ermöglicht wird die Online-Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Community durch dafür eingerichtete Plattformen in Form von Hardware- und Softwarekomponenten. Die bekanntesten Tools hierzu sind e-Mail bzw. Kurznachrichten, Chat bzw. Instant-Messenger, Newsboards, Tauschbörsen, Foren sowie Suchfunktionen. Außerdem wird den Mitgliedern der Community oft die Möglichkeit gegeben eine Selbstdarstellung in der Art einer persönlichen Homepage mit Texten, Fotos und Videos zu erstellen. Je nach Zielgruppe der Community werden die Funktionen und Tools abgestimmt und auf die Interessen der Mitglieder zugeschnitten.
Entwicklung von Online-Communities
Eine Online-Community muss aufgebaut, gepflegt und betreut werden um sich erfolgreich zu entwickeln. Oft werden Mitglieder aus der Community für bestimmte Aufgaben mit einbezogen z.B. für die Moderation von Chats oder als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen. Auch sollten Rückmeldungen von den Nutzern (Wünsche, Anfragen sowie Anregungen) eingeholt werden, um den Fortbestand der Attraktivität und Akzeptanz der Community zu sichern bzw. eine Steigerung zu erreichen.
Bekannte Beispiele für funktionierende Communities sind: FaceBook, MySpace, MeinVZ, StudiVZ, SchülerVZ, Spin, Kwick, StayFriends, Wer-kennt-wen und Lokalisten. Die bisherige Geschichte der Online-Communities hat gezeigt, dass sich die Communities vor allem dann erfolgreich entwickeln, wenn ihre treibende Kraft nicht die Marketingidee des Betreibers bzw. eines Unternehmens ist, sondern sie aus sich selbst - also den Wünschen der Gemeinschaft folgend - wachsen.
Demokratie vs. Hierarchisierung in Communities
Online-Communities folgen meist einem demokratischen Organisationsprinzip, teilweise zeichnet sich aber eine steigende Tendenz zu Hierarchisierung und Einführung von „Institutionen“ ab um die gewachsene Größe der Community beherrschbar zu halten, idealerweise gibt sich eine Community ihre eigenen Regeln. Sogar Institutionen im Sinne einer Gerichtsbarkeit oder Polizei wurden meist auf Vorschlag bzw. Drängen von Benutzern eingeführt. Somit wird der Wunsch zur Entwicklung von Regeln und Gesetzen erkennbar und juristische Begriffe finden Einzug in die Communities.
Kommerzielle Online-Communities
Anbieter von Online-Dienstleistungen erweitern ihr Angebot häufig mit einer kommerziellen Online-Community, um die Kunden stärker an sich zu binden. Wechselfreudige Kunden müssen sich auf diese Weise nicht nur über die Qualität der Dienstleistung sondern auch über das Verlassen der Community Gedanken machen, da fast immer keine Kommunikation zwischen verschiedenen Communities ermöglicht wird. Kommerzielle Online-Communities lassen die Werbe- und weiteren Einnahmen nicht nur Zecken der Gemeinschaft zugute kommen, sondern es besteht das wirtschaftliche Ziel mit dem Betrieb der Community Gewinn zu erzielen. Kommerzielle Online-Communities stehen damit unter Aufsicht bzw. Kontrolle eines Unternehmens. Zur Kommunikation wird meistens die vorhandene Infrastruktur des Unternehmens genutzt und auch die Moderation wird häufig von Mitarbeitern des Unternehmens übernommen.
Kundenforen
Eine spezielle Form einer kommerziellen Online-Community ist das Kundenforum, welches den Kunden eines Unternehmens die Kommunikation untereinander über die angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie über eventuell damit verbundene Probleme ermöglicht. Meist wird so ein Kundenforum geschaffen um entweder den Support und Kundendienst des Unternehmens zu entlasten oder gar den telefonischen Kundensupport gänzlich einzusparen, da sich die Kunden über das Forum untereinander selbst helfen können und sollen.
Zuschauer- und Shopping-Communities
Weitere Sonderformen von Online-Communities sind Leser-, Hörer- bzw. Zuschauer-Communities die ausgehend vom Online-Journalismus bei der Leser-Blatt-Bindung eine wichtige Rolle spielen sowie kommerzielle, geschlossene Shopping-Communities, die man erst durch eine Einladung eines Mitgliedes oder durch einen so genannten Club-Schlüssel betreten kann.
Fan-Communities
Es gibt auch themenorientierte Communities und zwar bekommen diese ihre Anziehungskraft aus einem Thema, welches das Interesse alle Nutzer trifft. Dies kann ein Hobby, der Sport, der Glaube oder auch die Politik sein. So findet man z.B. Sci-Fi-Communities, die sich bestimmten Serien und Genres widmen. Wie bei Communities üblich, werden die meisten auch hier ehrenamtlich von Fans betrieben und betreut und sind fast immer kostenlos. Es werden auch Events abgehalten wie Rollenspiele, Offline-Treffen bzw. Konventions.
Wiki-Communities
Ein nächste Gruppe von Communities sind methodenorientierte Communities, die Hauptvertreter sind hierbei Wiki-Communities und zwar sind dies Online-Communities, die sich um ein Wiki-Projekt herum entwickelt haben. Den Mitgliedern hier geht es im Gegensatz zu denen von anderen Gruppen der Online-Communities darum, gemeinsam Wissens-Inhalte online zu erstellen und sie somit anderen Nutzern des Internets zur Verfügung zu stellen. Das bekannteste Beispiel hier für ist sicherlich die Wikipedia, die das Ziel verfolgt, „die Gesamtheit des Wissens unserer Zeit in lexikalischer Form anzubieten“, wobei über die Inhaltserstellung teilweise heftige Diskussionen stattfinden. Dafür wird eine spezielle Wiki-Software benutzt, die aber weniger mit den sonst üblichen Chat- und Foren-Tools vergleichbar ist.
